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15 Mar 07

Die Renten sind sicher – die Rohstoffversorgung auch!?

Nickel hat mit zeitweise über USD 47.000,00/mt für die Dreimonats-Notierung einen neuen Höchststand erreicht. Weiterer Kommentare kann man sich in diesem Zusammenhang – ohne sich ständig zu wiederholen – nur enthalten. Fest steht, dass die Analysten nun anders als in den Vorjahren bereits nach wenigen Monaten im neuen Jahr beginnen, ihre (bereits optimistischeren) Prognosen hastig nach oben zu korrigieren, um zum Jahresende nicht der interessierten Öffentlichkeit wieder mit Abweichungen zwischen Prognose und Wirklichkeit gegenübertreten zu müssen, die in einer Größenordnung von 100% und mehr liegen (vgl. hierzu die Prognosen für 2006). Die im Metal Bulletin zum Jahresanfang veröffentlichte Prognose der Analysten von zwölf renommierten Broker- , Bank- und Researchadressen mit Bezug zum Industriemetallgeschäft der London Metal Exchange (LME) kam auf einen Mittelwert von USD 26.424,00/mt, wobei die niedrigste Schätzung bei USD 20.948,00/mt, die höchste bei USD 38.500,00/mt lag. Nach dem Verlauf der Monate Januar und Februar, sowie dem halben März 2007 ist dieser Wert (Konsensus) schon rein rechnerisch, selbst unter theoretischer Berücksichtigung erheblicher Kurskorrekturen, kaum noch erreichbar.

Was im Hinblick auf die allgemeine Lage der Weltwirtschaft und damit zum Teil auch auf die Nachfrage nach Industriemetallen ein wenig Sorgen macht, ist die desolate Situation des US-Immobiliensektors. Dass gut zwei Drittel der amerikanischen Wirtschaft vom privaten Konsum abhängt, ist gemeinhin bekannt. Auch die sich aus dem „positive thinking“-Ansatz ableitende sprichwörtliche Kauflaune der US-Bürger. Dass allerdings der größte Teil der Konsumzuwächse auf Kredit finanziert ist, ist für die meisten eine Neuigkeit. Bei den Krediten handelt es sich jedoch nicht, wie in Deutschland beispielsweise üblich, um Konsumkredite zur Anschaffung einer neuen Waschmaschine oder eines neuen Fernsehers, sondern um die Aufstockung von Immobilienkrediten auf bestehendes „Eigentum“. Mit anderen Worten: durch die über die letzten Jahre in USA gesehenen Preissteigerungen am Immobilienmarkt, waren die Banken bereit, den Immobilieneigentümern gegen eine höhere Beleihung der Objekte, höhere Geldbeträge auszuhändigen. Die Immobilie entwickelte sich damit für viele Bürger – so verrückt es klingen mag – zu einer festen Einnahmequelle neben dem Erwerbseinkommen zur Ermöglichung eines höheren Lebensstandards. Wie bei allen Finanzierungen, die auf Buchgewinnen beruhen – eine Realisierung der höheren Immobilienpreise wäre erst bei einem tatsächlichen Verkauf der jeweiligen Immobilie erfolgt –, gibt es dann ein Problem, wenn entweder die Preise plötzlich stagnieren oder sogar sinken, so dass die Banken eine Aufstockung der Sicherheiten oder Teilrückzahlung der Kredite verlangen oder die Zinsen anfangen zu steigen, so dass die nun höheren Zinszahlungen auf die erheblichen Kreditsummen nicht mehr geleistet werden können.

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