19 Apr 07
Nach einem ersten Anlauf der (3-Monats-)Nickelnotierungen zum Bruch der psychologischen Marke von USD 50.000,00/mt Mitte März, der bei USD 48.550,00/mt zum Stehen kam und in der Folge auf bis USD 41.400,00/mt korrigierte, folgte ein zweiter Anlauf Anfang April. Mit USD 50.050,00/mt wurde die Marke für kurze Zeit gebrochen. Beinahe überflüssig zu sagen, dass es sich dabei wiederum um ein All-Time-High handelte. Die nachfolgenden Gewinnmitnahmen kühlten Nickel auf bis zu USD 45.700,00/mt ab. Derzeit scheint der dritte Anlauf im Gang, mit Notierungen um und über USD 48.000,00/mt. Kupfernotierungen von zeitweise wieder über USD 8.000,00/mt und ein Aluminiumpreis von über USD 2.900,00/mt unterstützen sicherlich diesen erneuten Versuch, die Schwelle von USD 50.000,00/mt nachhaltig zu durchbrechen.
Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung ist allenthalben zu spüren, wobei die durch die Stahlwerke selbst kolportierten Produktionsrücknahmen beim Edelstahl eher den Geruch einer konzertierten Aktion zur nach unten gerichteten Korrektur des Nickelpreises tragen, als überzeugend die Einleitung einer Trendwende vermitteln zu können. Solange den Stahlwerken und deren Abnehmern ein profitables Wachstum möglich ist, wird sich auch an den Preisen nichts Wesentliches ändern. Nach wie vor ist Edelstahl inflationsbereinigt auf keinem Phantasiepreisniveau angelangt. Sicher täte aber eine zeitweise Konsolidierung dem Nickelmarkt recht gut, als sich innerhalb kürzester Zeiträume von einem Hoch auf das Nächste zu schwingen. Manche Marktteilnehmer haben auf der anderen Seite offensichtlich noch immer nicht begriffen, dass es sich bei der gesehenen Entwicklung der Rohstoffe um einen Paradigmenwechsel handelt. Die Zeiten, wo man Rohstoffe zu Schnäppchenpreisen, die teilweise unter den variablen Gestehungskosten lagen, erwerben konnte, sind für zumindest die nächsten Dekadent vorbei.
Nicht nur Nickel kratzt an einem neuen All-Time-High, auch der Euro hat sich in der letzten Zeit stark befestigt. Dies trägt zu einer leichten Dämpfung der in der Regel dollarabhängigen Rohstoffpreise im Euroraum bei. Derzeit handelt der Dollar wieder bei über 1,36 USD/EUR; dass letzte Hoch lag bei 1,3670 USD/EUR zum Jahreswechsel 2004/2005. Fundamental gesehen ist der US-Dollar – trotz einer sich abschwächenden Konjunktur in den USA – deutlich unterbewertet. Ein wesentlicher Grund für die Dollarschwäche/Eurostärke ist ein anderer: das japanische Zinsniveau! Es ist zu einer beliebten Spekulation geworden, sich Kredite in japanischen Yen zu Zinsen nahe von 0% zu besorgen und diese Yen in andere Währungen zu tauschen und in diesen zinsbringend anzulegen. Dadurch schwächt sich der Yen gegenüber den anderen Währungen immer weiter ab. Nun ist es aber eine Frage, in welche Währungen getauscht wird.