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17 Aug 07

Novizen des Nickelmarktes

Nicht genug damit, dass die Nickelkurse aufgrund sich selbst verstärkender Produktionskürzungen der Edelstahlhersteller unter Druck kamen. Zu allem Unterlass platzte auch noch die Immobilienblase in den USA und droht nun über die betroffenen Bankinstitute auch den realwirtschaftlichen Sektor zu erreichen. So ist es nicht verwunderlich, dass die Risiken der Kursentwicklung für das Nickelmetall überwiegend an der Unterseite eines Kursbandes von USD 25.000,00/mt bis USD 30.000,00/mt gesehen wurden und tatsächlich, im vorläufigen Höhepunkt der Subprime-Krise (die EZB und andere Notenbanken mussten die Geldmärkte mit Liquidität versorgen), fiel die 3-Monats-Notierung bis auf ein relatives Tief von USD 24.800,00/mt.

Fundamental ist die Situation aber mehr oder weniger unverändert, mit geringer Nickelnachfrage durch die Rostfreiwerke und steigenden LME-Nickel-Lagerbeständen. Dennoch sprechen nun fast alle Edelstahlproduzenten unisono von nur einer vorübergehenden Marktabschwächung und erwarten ein Wiederanziehen der Edelstahlkonjunktur für September, spätestens jedoch für das dritte Quartal dieses Jahres. Dabei handelt es sich auch allem Anschein nach nicht lediglich um Zweckoptimismus, sondern um eine durch Konjunkturerwartungen, Preis- und Nachfragesituation sowie die Lagerhaltung getragene Markteinschätzung. Sollte diese Erwartung eintreffen, müssten sich die Nickelnotierungen durch die dann wieder signifikant steigende Rohstoffnachfrage weiter befestigen.

Tatsächlich bemühen sich die Stahlwerke auch aktiv, die Nachfrage nach ihren Produkten wieder anzukurbeln. Dabei berichtet die MEPS, ein unabhängiger Stahlmarktbeobachter und Beratungsunternehmen mit Sitz in London, dass die Hersteller von Edelstahl beim Verkauf ihres Materials den traditionellen Mechanismus eines Basispreises plus Legierungszuschlag vorübergehend ausgesetzt haben. Die meisten Stahlwerke in Europa und USA quotierten derzeit Transaktionspreise, heißt es. Dennoch erwarten die Londoner Analysten, dass man vorerst an dem System der Preisfindung über Zuschläge festhalten wird, da man hiermit in der Stahlindustrie gute Erfahrungen gemacht hätte. Etwas relativierender wäre eine andere Ansicht, erst einmal die Quartalsergebnisse der Edelstahlunternehmen bzw. –sparten für das 3. Quartal 2007 abzuwarten, um dann zu sehen, ob nicht der Druck auf dieses an sich sehr starre System, welches mit den gesehenen Schwankungen überfordert scheint, doch weiter steigen wird. Stahlmärkte auf anderen Kontinenten haben mitunter auch beste Erfahrungen mit Festpreisen gemacht, so dass dieses Thema mit Sicherheit noch nicht endgültig ausdiskutiert ist. Aber ohne ein entschiedenes Beharrungsvermögen gewisser Kreise macht doch auch schönste Reform nur die halbe Freude.

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