25 Jan 08
Wenn man sich derzeit die Finanzmärkte anschaut, kann man sich nur noch die Augen reiben. Nicht genug, dass „erstklassige“ Banken gezwungen sind, zweistellige Milliardenbeträge im Zusammenhang mit der Subprimekrise abzuschreiben, nein, auch versagten bei einer französischen Bank sämtlich Kontrollen und führten zu einem außerordentlichen Spekulationsverlust von knapp 5 Milliarden Euro. Dimensionen, die man bis vor kurzem nicht für möglich gehalten hätte.
Schon machen Verschwörungstheorien in den Medien die Runde, so zum Beispiel, dass der Skandal bei der französischen Bank nur lanciert worden sei, um von den erheblichen Subprimeabschreibungen abzulenken. Weiter vermuten andere Medien, dass der schlimmste Kurssturz seit den Anschlägen vom 11. September 2001 an den Aktienbörsen, durch die Auflösung dieser spekulativen Aktienposition verursacht worden und damit die US-Notenbank mit Ihrer 0,75%igen Zinssenkung quasi einem Irrtum aufgesessen sei (Anmerkung: An besagtem Montag waren die Börsen in USA geschlossen und man wollte dem für den folgenden Dienstag befürchtete Kursdesaster etwas entgegensetzen, so die Argumentation.)
Wenden wir aber zur Abwechslung doch einmal unseren Blick auf die reale Wirtschaft, auf das was wirklich zählt. Und siehe da, die Unsicherheit ist verständlicherweise sehr groß, aber es gibt noch positive Nachrichten. So ist die Stimmung bei den Unternehmen in Deutschland, ausgedrückt durch den ifo Geschäftsklimaindex, besser als vom Analystenkonsens erwartet. Ferner hört man, dass in USA tatsächlich wieder Privatimmobilien den Eigentümer wechseln und auch der Anstieg der Arbeitslosenzahlen in USA ist erst einmal zum Stillstand gekommen. Mit anderen Worten: Es ist nicht alles so schlimm und aussichtslos, wie manche Cassandras in das Horn stoßen. Doch gerade diese miese Stimmungsmache, die natürlich auch die Medien bei jeder schlechten Meldung noch durch ihre breite und reißerische Berichterstattung befördern, ist es, die den Unternehmen weltweit zu schaffen macht. Denn die Unsicherheit führt dazu, dass Entscheidungen derzeit nicht gefällt, sondern erst einmal verschoben werden.