News item

25 Mar 08

Wer hilft Herrn Ackermann ?

Leider ist diese Ansicht noch nicht allzu verbreitet, im Gegenteil, die Nervosität und Unsicherheit an den Märkten ist erheblich. Dies zeigt sich insbesondere an den deutlich gestiegenen Volatilitäten. Tägliche Bewegungen von mehreren Prozent in beide Richtungen gehören zur Tagesordnung und auch an den Metallmärkten hat sich diese ohnehin schon bestehende Tendenz weiter verstärkt. Nickel als wesentlicher Rohstoff zur Produktion von Edelstahl hat sich an der London Metal Exchange (LME) nicht von diesen allgemeinen Entwicklungen abkoppeln können, obschon der Eindruck besteht, dass die fundamental bedeutsame Edelstahlkonjunktur wieder mit deutlich höheren Drehzahlen läuft, als noch im zweiten Halbjahr 2007 und zu Beginn des Jahres 2008. Die Nickelnotierungen erholten sich in der ersten Märzhälfte zunächst bis in den Bereich von USD 34.000,00/mt, um dann im Zuge von Gewinnnmitnahmen und einer wieder zunehmenden Verunsicherung der Finanzmärkte im Zusammenhang mit den Problemen bei der US-amerikanischen Investmantbank Bear Stearns und den darauf folgenden panikartigen Interventionen der Federal Reserve wieder deutlich Richtung USD 28.000,00/mt zu korrigieren. Dabei war Nickel nicht allein betroffen, sämliche Basismetalle verzeichneten erhebliche Verluste und selbst Öl und Gold gaben deutlich ab. Der Dollar hingegen konnten sich trotz eines erneut gesenkten Leitzinses (um 0,75%) gegenüber dem Euro wieder etwas befestigen.

Die Vermutung liegt daher nahe, dass viele Investoren vor den Osterfeiertagen ihr Heil in der Liquidität suchten und Positionen glattstellten, denn die börsenfreien Osterfeiertage hätten sich gut für die Platzierung weiterer Hiobsbotschaften aus dem Bankensektor eignen können. Die Erfahrung der Bear Stearns-Aktionäre, die freitags mit einem Kurs von USD 30,00 pro Aktie ins Wochenende gingen und am Montag mit Kursen von USD 2,00 (!!!) begrüßt wurden, wollten sich viele Marktteilnehmer dann doch lieber ersparen. Am letzten Handelstag vor Ostern handelte Nickel schliesslich wieder leicht erholt um USD 29.000,00/mt.

Am 25. Februar wurden an der LME die ersten Stahl-Futures eingeführt. Dabei fand der Handel zunächst nur telefonisch und auf elektronischem Wege statt; am 28. April soll dann auch der Parketthandel eröffnet werden. Die Stahlproduzenten hatten sich in der Regel gegen eine Aufnahme des Handels ausgesprochen, weil diese mögliche Manipulationen des Börsenmarktes durch Hedgefonds und ferner den Verlust ihrer Preissetzungsmacht fürchten. Während das erste Argument noch in Grenzen nachvollziehbar ist, muss man bei dem zweiten Argument entgegensetzen, dass sich gerade die großen Stahlunternehmen immer auf einen funktionierenden Welthandel berufen und bei jeder angeblichen Verletzung direkt entsprechende Antidumpingverfahren einleiten. Insofern sollte doch die über die Börse mutmasslich zunehmende Markttransparenz mit ihren Vorstellungen in Einklang stehen. Jedenfalls besteht auf Seiten der Konsumenten ein erhebliches und auch berechtigtes Interesse sich gegen Preisschwankungen absichern zu können und das nicht nur über langfristige Lieferverträge mit den Produzenten. Dies ist für die Verbraucher insofern heute mit einer weitaus höheren Priorität versehen, als noch vor einigen Jahren, da die Bedeutung des Stahlanteils in den jeweiligen Produktkalkulationen über die in den vergangenen Jahren erheblich gestiegenen Preise entsprechend zugenommen hat. Preisgleitklauseln im Sinne zum Beispiel der Legierungszuschläge sind dabei in der Regel ein Instrument, die wohl den Produzenten vor Rohstoffpreiserhöhungen schützen, nicht aber dem Verbraucher eine verlässliche Kalkulationsgrundlage bieten, sofern dieser nicht die Möglichkeit hat, entsprechende Rohstoffpreiserhöhungen an seine Abnehmer weiterzugeben. Den letztendlichen Erfolg der Stahlfutures und deren Akzeptanz durch die Marktteilnehmer wird die Zukunft zeigen müssen.

Seite: zurück 1 2 3 4 vorwärts

Newsletter abonnieren

Newsletter abbestellen >>

Newsletter abbestellen