18 Jun 08
Seit der letzten Berichterstattung hatten sich die Nickelnotierungen an der London Metal Exchange (LME) in ei-nem allgemein von großer Unsicherheit an allen Märkten geprägten Umfeld bis auf kurzzeitig unter USD 22.000,00/mt verbilligt. Insbesondere die sich nicht weiter aufhellenden Marktaussichten in Asien sowie andererseits ein verhalteneres Sentiment gegenüber den Basismetallen führten zu dieser Bewegung. Vor dem Hintergrund stark gestiegener Öl- und Energiepreise konnten die geänderte Inflationserwartungen und durch die Zentralbanken daraufhin befeuerten Zinserhöhungsspekulationen von der makroökonomischen Seite auch nicht gerade unterstützen. Im Gegenteil! Im Gleichschritt mit weiter sinkenden LME-Lagerbeständen und aufgrund der nachstehend näher beschriebenen Vorkommnisse in Australien konnten sich die Börsenpreise aber zwischenzeitlich wieder auf bis knapp unter USD 25.000,00/mt befestigen. Derzeit handeln die Notierungen in einem Band zwischen USD 23.500,00/mt und USD 24.500,00/mt, so dass bei bereits sommerlich-ruhiger Nachrichtenlage von eher seitwärts tendierenden Notierungen auszugehen ist. Dass aber und wieso die Ruhe (vor dem Sturm) mitunter trügen kann, wird später zu erfahren sein.
Vor kurzem wurde eine Meldung veröffentlicht, die man grundsätzlich schnell überlesen könnte, die aber den Schritt in eine neue Ära bedeutet. Spielten bislang bei den Strategien der Rückwärtsintegration der Stahlproduzenten in die Rohstoffe vornehmlich Minenunternehmen eine entscheidende Rolle, hat ArcelorMittal nun die Bandbreite der Interessen deutlich erweitert. Der kanadische Schrotthändler- und aufbereiter Bakermet, mit Sitz in der Nähe von Ottawa, wurde von ArcelorMittal übernommen. Zur Sicherung der Selbstversorgung mit Shredderschrott für das ArcelorMittal-Werk Contrecoeur wie es aus dem Konzern heißt. Auch wenn es sich bei dem Unternehmenskauf um eine eher übersichtliche M&A-Transaktion handelt – Bakermet verarbeitet im Jahr rund 120.000 mt Stahlschrott und 18.000 mt NE-Metalle – so deutet diese klar auf ein geändertes Verständnid des Integrationsbegriffes hin.