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16 Oct 08

Ein Greenspan macht noch keine Krise

Vom 13. bis zum 16. Oktober findet in London in guter alter Tradition die LME (London Metal Exchange) Week statt. Ein Stelldichein all jener, die in einer Beziehung zu dieser renommierten Metallterminbörse stehen. Dazu gehören Management und Mitarbeiter genauso, wie Vertreter von Produzenten und Verbrauchern, aber auch Broker und Banker, wobei insbesondere die Freude der Letzteren an der Veranstaltung durch die drastischen Entwicklungen der letzten Tage im Bankensektor einigermaßen gebremst war. Aber auch grundsätzlich ist die Stimmung schwer zu beschreiben. Diese schlicht als schlecht zu bezeichnen ist sicher nicht zutreffend, vielmehr ist weithin eine gewisse Art von Paralyse und Hilflosigkeit spürbar, da die momentane Orientierung ebenso fehlt, wie eine auch nur einigermassen verlässliche Perspektive. Diese Gemengelage resultiert inbesondere aus den nicht enden wollenden Hiobsbotschaften über die Situation bei den weltweiten Banken sowie die für die meisten Teilnehmer ungesehenen Kurseinbrüche insbesondere an den Aktienmärkten.

Wenn es bei den Präsentationen anlässlich der LME Week um fundierte Analysen der Situation gehen sollte, sah es stets eher danach aus, dass offensichtlich die Zeit fehlte, die Entwicklungen der letzten Tage in den schon fertigen Vorträgen noch hinreichend zu verarbeiten. Manche machten sich gar nicht erst die Mühe und lagen mit ihren gestrigen Gedanken ebenso neben der Realität, während die anderen mit nett gemeinten Anpassungen eine Aktualität vorgaukelten, die es nicht gab. Dieses Phänomen ist im übrigen auch bei aufmerksamer Lektüre der Anzeigen in den Zeitungen und Zeitschriften zu betrachten, wenn aufgrund von längerfristigen Anzeigenschaltungen und Redaktionsschlussterminen heute immer noch massenweise Anzeigen für (Aktien-)Optimierungsstrategien hinsichtlich der ab 2009 in Deutschland geltenden Abgeltungssteuer werben. Die Menschen und Unternehmen haben heute wahrlich andere Themen und Fragen!

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