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11 Nov 08

Hoppediz bleibt liegen

In diesen Tagen ist es trotz intensiver und breiter Beschäftigung mit der Medienberichterstattung schwer, in einem nicht enden wollenden Strom von negativen Wirtschaftsnachrichten, überhaupt irgendwelche Meldungen zu entdecken, die zumindest ansatzweise etwas Positives vermelden. Die weltweit geschnürten staatlichen Ausgabenpakete zur Stimulierung der Konjunktur, zuletzt durch die chinesische Regierung in einer Größenordnung von USD 590 Millionen, sind dabei stets sehr differenziert zu betrachten. Denn es ist häufig fraglich, inwieweit die geplanten Staatsausgaben tatsächlich einen nachhaltigen Beitrag zur Erholung der Konjunktur leisten können. Oder, ob es nicht am Ende doch nur zu einer Erhöhung der Staatsverschuldung ohne nachhaltige Effekte kommt. Weiterhin zeigen diese hektisch eingeleiteten Massnahmen nur zu deutlich, wie ernst es um die Weltwirtschaft bestellt ist. Die Aktienkurse und Rohstoffnotierungen wurden daher durch die Ankündigung dieser Pakete jeweils auch nur relativ kurz unterstützt.

Man muss sich darüber im Klaren sein, dass auch in Asien und insbesondere China, in das man hinsichtlich einer Verbesserung der Lage große Hoffnungen gesetzt hat, der Motor mehr als stottert. Dies ist vor allem auf die intensiven weltwirtschaftlichen Verpflechtungen im Zuge der Globalisierung zurückzuführen. Das, was in den Jahren 2005 bis 2007 weltweit zu einem bisher unvergleichlichen Boom mit zeitweise erheblichen Überhitzungen und Übertreibungen in einzelnen Volkswirtschaften und Märkten geführt hat, stellt sich nun als extreme Last dar: der nahezu parallel verlaufende, wirtschaftliche Niedergang in allen bedeutenden Wirtschaftsräumen, wobei – nicht zu verschweigen – dennoch erhebliche Unterschiede zwischen einzelnen Ländern bestehen.

Auf der anderen Seite scheint die zu intensive Beschäftigung mit dem Thema „Finanzkrise“ auch nicht gerade förderlich, der allgemeinen Stimmung ein positives Momentum zu geben. Und so wie Märkte zu Übertreibungen neigen, scheint dies für die individuelle Gemütslage ebenso zu gelten. Daher ist aus diversen Gesprächen festzustellen, das – insbesondere und wegen der täglichen professionellen Beschäftigung – Banker, Finanzverantwortliche der Unternehmen und Exponenten einzelner schon recht stark durch die Rezession beeinträchtigter Branchen zu den Berufspessimisten dieser Krise gehören. Nun könnte man alle anderen als naiv und ignorant bezeichnen, doch sind es gerade diese, die die Wirtschaft noch am Laufen halten. Im übrigen haben Gefühlslagen die Eigenschaft, sich durch selektive Wahrnehmung noch zu verstärken, weshalb zu hoffen ist, dass sich diese auch zutiefst psychologische Depression nicht auf breiterer Basis verstärkt. Denn, mitunter werden unternehmerische Entscheidungen getroffen, die von einer sich verbreitenden Panik gekennzeichnet sind und für die es, bei allem Verständnis, keine rationalen Erklärungen gibt. Sollten Lage und Aussichten tatsächlich derartige Massnahmen erfordern, können sich die Menschen ohnehin wieder auf die Steinzeit vorbereiten.

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