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15 Dec 08

Stainless not hopeless

Es ist zu erwarten, dass das Jahr 2009, als Konsequenz der schweren, realwirtschaftlichen Folgen der Finanzkrise, eine der größten Herausforderungen für die globale Stahlindustrie wird. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die auf Seiten der Stahlverbraucher bestehende Entscheidungsparalyse zu einem ernsten Problem für die Stahlhersteller geworden ist. Auftragseinbrüche und darauf folgende Produktionskürzungen sind derzeit weltweit an der Tagesordnung. Kurzarbeit und Arbeitsplatzabbau sowie umfangreiche Kostensenkungsprogramme sind neben einer zeitweiligen Suspendierung des Rohstoffeinkaufs augenblicklich das Ergebnis der unmittelbaren und hoffentlich wohlüberlegten Reaktionen der verantwortlichen Stahlmanager. Dass diese Aktionen teilweise durch versuchte Außerkraftsetzung von Vertragsrecht geschehen sollen, muss jeden traditionellen Kaufmann mehr als bedenklich stimmen. Auf der anderen Seite zeigt dies aber nur die Panik, Unsicherheit und letztlich Hilflosigkeit bei den jeweiligen Entscheidungsträgern.

Wichtig ist, dass nun – nachdem die Tatsache der Krise als solche, wohl nicht mehr durch politische Aufmunterungsappelle kleinzureden ist – ein wenig mehr Vernunft um sich greift. Die Vernunft ist nämlich allenthalben mehr als nur zu vermissen und deren zeitweises Abhandenkommen letztlich auch zu einem Großteil Motor zur Beschleunigung des momentanen Übels. Wir befinden uns in einer schweren Krise, aber stehen bei weitem nicht am Rande des Weltuntergangs, was manche Medien mitunter aufmerksamkeitswirksam und in sträflicher Unterschätzung der hiermit verbundenen Folgen vermitteln wollen. Nur um in Kürze die erhoffte Auferstehung der Weltwirtschaft mit der gleichen Übertreibung zu feiern. Anders gesagt, steht außer Frage, dass die Welt auch zukünftig immer größere Mengen an Stahl und Edelstahl brauchen und verbrauchen wird. Schon allein die nicht mehr abzuwendende demographische Bevölkerungsentwicklung wird dafür sorgen. Dies geht zwangsläufig auch mit einer entsprechenden Produktion dieses überlegenen Werkstoffs einher, was augenscheinlich selbst mancher Stahlmanager heute als menschlich nachvollziehbare, aber ökonomisch zweifelhafte Reaktion in Frage zu stellen scheint.

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