16 Jan 09
Das Jahr 2009 begann ganz anders als von Vielen erwartet. Nachdem sich die Nickelnotierungen in der zweiten Dezemberhälfte in einem Band zwischen USD 9.000,00/mt und USD 10.400,00/mt bewegt hatten, kam es noch vor dem Jahreswechsel zu einem deutlichen Anstieg der Preise. Das alte Jahr schloß mit einem Kurs von USD 11.700,00/mt für die Drei-Monats-Notierung. Doch damit nicht genug. In den ersten Januartagen stieg Nickel weiter bis auf USD 13.450,00/mt in der Spitze. Wer dahinter schon eine weitgehende Erholung und Trendumkehr vermutet hatte, lag sicher falsch, hatte doch die Neugewichtung von Rohstoffindexprodukten zu einer verstärkten Nickelnachfrage geführt, die – da als Vorgang und im Umfang grundsätzlich bekannt – von gewissen Marktkreisen zu spekulativen Long-Positionen genutzt wurde, die den Kursanstieg noch weiter unterstützten. Auch der zum Jahreswechsel wieder deutlich schwächere US-Dollar dürfte einen Beitrag geleistet haben.
Dennoch war es bemerkenswert, dass die Notierungen nach Erreichen der relativen Höchstkurse nicht schneller korrigierten, denn bei dem vorgeherrschenden Konjunkturpessimismus hätte man durchaus erwarten können, dass dieses scheinbar attraktive Niveaus zu sofortigen Verkäufen genutzt werden würde. Dies war aber augenscheinlich nicht der Fall. Als wiederum nach einigen Tagen klar war, dass der Kursanstieg auf vorgenanntem Niveau seine vorläufige Obergrenze erreicht haben würde, gingen die spekulativen Longs (Kaufpositionen) zur Gewinnrealisierung über. Dies brachte in Verbindung mit einem wieder erstarkenden US-Dollar – dem nach wie vor und von wem auch immer die Qualitäten einer „Sicherer-Hafen“-Währung angedichtet werden – die Notierungen wieder auf eine dem gegenwärtigen, artifiziellen Marktumfeld entsprechende Bewertung.