16 Feb 09
Der neue deutsche Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist der Ansicht, dass sich die heimische Wirtschaft spätestens im Herbst wieder deutlich erholt haben wird. Mit dieser Aussage ist der Minister nicht allein, denn es gibt mittlerweile auch eine ganze Reihe von volkswirtschaftlichen Analysten, die für die zweite Jahreshälfte eine deutliche Besserung der konjunkturellen Situation erwarten. Die Unternehmen sind in diesem Zusammenhang offensichtlich deutlich skeptischer, wenn man die Pressemitteilungen aus der Realwirtschaft über Stellenabbau, Kurzarbeit und krisenbedingte Kooperationen verfolgt.
Die Hoffnung stützt sich dabei im wesentlichen auf den Umfang der weltweit initiierten Konjunkturprogramme, deren Höhe mit über 12,5% des Weltbruttosozialprodukts wirklich so ausserordentlich ist, dass eine Wirkung kaum ausbleiben dürfte. Ebenso tragen die auf breiter Front erheblich reduzierten Rohstoffpreise zu einer deutlichen Entlastung der Unternehmen bei. Auf die im Kontext mit diesen gigantischen Konjunkturprogrammen stehenden neuen Gefahren, wie eine in einiger Zeit erheblich steigende Inflationsgefahr, soll an dieser Stelle nicht weiter eingegangen werden, mit Ausnahme einer wirklich beachtlichen, aber so nicht allgemein bekannten Vorgehensweise der USA zur Finanzierung der Konjunkturstimuli.
Die Staatsschuldverschreibungen, die der amerikanische Fiskus zur Finanzierung der enormen Ausgaben auflegen wird, werden nicht etwa durch interessierte Investoren erworben, sondern im wesentlichen durch die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) gezeichnet und gekauft. Mit anderen Worten wird die Notenpresse angeworfen und das Geld neu gedruckt, um das Finanzierungsdefizit auszugleichen oder mehr umgangssprachlich: „linke Tasche, rechte Tasche“. Die mit einer solchen Praxis verbundenen, mittelfristigen Risiken dürfen nicht unterschätzt werden. Übrigens, ein solches Vorgehen ist der deutschen Bundesbank und der europäischen Zentralbank per Satzung verboten.