09 Apr 09
Die sich seit Mitte Februar 2009 abzeichnende Bodenbildung der Nickelnotierung an der London Metal Exchange (LME), hat sich auch im Verlauf von März bis Anfang April klar bestätigt. Der Drei-Monats-Kontrakt handelte über sechs Wochen in einer sehr engen Range zwischen USD 9.500,00/mt und USD 10.000,00/mt. Das ist denn auch wenig erstaunlich, da die durchschnittlichen Produktionskosten bei Nickel von rund 15.000,00 USD/mt mit den vorstehenden Kursen mehr als deutlich unterschritten wurden und daher sukzessive immer mehr unrentable Pri-märnickelproduktionskapazitäten aus dem Markt genommen wurden und werden. Ohne weitere Rücksichtnahme werden auch Minen geschlossen, die erst vor kurzem in Betrieb genommen wurden, wie die Ravensthorpe Mine, die durch BHP Billiton bereits geschlossen wurde oder die Sinclair Mine in Australien durch Xstrata, die spätes-tens im August schliessen wird. Vor diesem Hintergrund wird denn auch durch einen bei den Industriemetallen sehr engagierten und gut informierten Analysten eines großen deutschen Bankhauses bei Nickel ein Preisanstieg bis zum Jahresende auf USD 15.000,00/mt prognostiziert.
Die gegenwärtige, insbesondere seit dem 4. Quartal bestehende Absatzkrise in der Stahlindustrie ist aus entspre-chenden Presseveröffentlichungen hinlänglich bekannt. Dabei besteht aber ein wesentlicher Unterschied zwi-schen den Bereichen Edelstahl und Kohlenstoffstahl, was insbesondere auch die weitere Entwicklung auf der Zeitachse beeinflussen wird. Während sich die Edelstahlkonjunktur bereits im zweiten Halbjahr 2007 – von Asien ausgehend – abschwächte und in der Folge ein weltweiter Lagerabbau einsetzte, dauerte die Boomphase beim Kohlenstoffstahl noch bis weit in das 2. Quartal 2008 an. Dann erst setzte in diesem Segment ein dramatischer Abschwung ein. Damit ist der zusätzlich von der Finanzkrise überlagerte Zyklus beim Edelstahl weiter fortge-schritten, als beim Kohlenstoffstahl. Niedrige Lagerbestände an Fertigprodukten, verbunden mit einer aufgrund (zu) geringer Preise reduzierten Schrottverfügbarkeit sowie fortlaufende Produktionskürzungen beim Primärroh-stoffangebot, lassen erwarten, dass die Nickelnotierungen in einem ersten Schritt im Hinblick auf eine sich ab-zeichnende Erholung wieder anziehen werden, bevor sich in einem zweiten Schritt auch die Produktionsmengen wieder nach oben bewegen. Beim Kohlenstoffstahl wird hingegen eine Besserung noch deutlich länger auf sich warten lassen, da der unbedingt erforderliche Lagerbestandsabbau erst noch erfolgen muss.