21 Jul 09
Unlängst publizierte die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) einen Leitartikel unter dem Titel „Es gibt kein Grundrecht auf Kredit“. Wenn auch der Artikel selbst nicht recht zu überzeugen wusste, da er sich in den Aussagen sehr zurückhaltend zeigte – offenbar um keine Klientel zu sehr zu vergrätzen – muss man doch für dessen Überschrift sehr dankbar sein. Denn während sich heute weite Kreise immer noch hauptsächlich und leidenschaftlich mit der Frage auseinandersetzen, ob oder in welchem Umfang es eine Kreditklemme gibt – deren Vorhandensein im übrigen selbst der Bankenverband heute nicht mehr bestreitet – gibt es nur wenig Substanzielles zur Frage, wie sich die selektivere und deutlich eingeschränkte Allokation von (Fremd-)Kapital auf die Unternehmenslandschaft auswirken wird.
Wenn auch grundsätzlich eine verantwortungsvollere Allokation von Krediten durchaus zu begrüßen ist, muss jedoch leider auch weiterhin davon ausgegangen werden, dass deren Verteilung leider nicht immer streng ökonomischen Prinzipien folgen wird. Vielmehr werden, wie schon in der Vergangenheit, auch Größenvorteile, Öffentlichkeitswirksamkeit und (politische) Seilschaften als weitere Faktoren eine nicht unerhebliche Rolle bei der Beurteilung von Bonitäten spielen, allerdings mit vermutlich schrumpfender Bedeutung.