17 Nov 09
Auf der anderen Seite werden momentan regelmäßig die stetig steigenden LME-Nickel-Lagerbestände, die sich mittlerweile auf einem mehrjährigen Höchststand befinden, herangezogen, wenn es um die Ursachen der letzten Nickelpreiskorrektur geht. Man muss in diesem Zusammenhang aber erneut davor warnen, die Aussagekraft der Lagerbestände über zu bewerten und diese als Prognoseinstrument heranziehen zu wollen. Vielmehr spiegeln die Bestände zutreffend die im 4. Quartal wieder abgeschwächte Kapazitätsauslastung in der Edelstahlproduktion, weshalb die Bestände auch weiter ansteigen.
Es ist daher auch nicht damit zu rechnen, dass die Bestände kurzfristig, selbst bei einer Erhöhung des Edelstahloutputs im 1. Quartal 2010, wieder stark sinken, da es sich bei den als LME grade zur Einlieferung in die LME-Lagerhäuser zugelassenen Nickelqualitäten, um die jeweils höchsten und damit auch teuersten Qualitätsstufen handelt. Insbesondere liegt eine Konzentration bei den ungeschnittenen Kathoden vor. Es ist damit zu rechnen, dass, bei einem Anziehen der Produktion, zunächst andere Nickelträger wie Edelstahlschrott, Nickel-Pigiron und Ferronickel eingesetzt werden, bevor es zu einem deutlichen Abbau der auch börsentechnisch zum Ausgleich von physischen Bedarfsspitzen gedachten LME-Lagerbestände kommt. Wenn man also erst im Zeitpunkt des Absinkens der Lagerbestände mit steigenden Nickelpreisen rechnet, könnte es eine böse Überraschung geben. Von daher noch einmal die klare Aussage, dass es sich bei den Lagerbeständen nicht um einen Vorlaufindikator, geschweige denn um eine Prognosekennzahl handelt.