17 Nov 09
In diesen Zusammenhang passt im übrigen die Meldung, dass die London Metal Exchange (LME) dabei ist, in einem Gemeinschaftsunternehmen mit der Baltic Exchange den Frachtmarkt durch eine neue, aussichtsrechtlich regulierte Börse für Futures auf Frachten besser zu erschließen. Dabei sollen es die sogenannten FFA’s (Freight Forward Agreements) ermöglichen, die Frachtpreisrisiken besser als bisher absichern zu können. Auch der Anschluss der Börse an ein Clearinghouse würde die Nutzung der Börse für viele Unternehmen möglich und sicherer machen, die heute noch aus verschiedensten Gründen auf die Möglichkeit der Absicherung verzichten.
Aber es handelt sich natürlich auch um ein interessantes Geschäft für die LME, werden doch an den Terminbörsen in der Regel ein Vielfaches der tatsächlichen Umsätze getätigt, an denen die neue Börse dann mit Abwicklungsgebühren partizipieren könnte. Auch wenn heute noch keine konkreten Futurekontrakte entworfen sind, so ist klar, dass es Frachtraten für die verschiedenen Schiffsgrößen wie capesize, panamax, supramax und handysize geben soll. Anders als bei der LME wird es aber nicht zu einer physischen Liefermöglichkeit kommen. Es handelt sich vielmehr um einen reinen Finanzkontrakt, dessen Ergebnis dann bei Fälligkeit durch Zahlung oder Erhalt des Unterschiedsbetrages abgewickelt werden soll. Anders als die Minenindustrie und die Interessengruppe der Frachtmarktnutzer, soll es auf Seiten der Frachtbroker noch Widerstände geben, was allerdings nicht weiter erstaunt, denn jedes zusätzliche Maß an Transparenz könnte mögliche Übergewinne in diesem Sektor zunichte machen.