17 Nov 09
Die staatsnahe chinesische Informationsagentur für die Rohstoff- und Metallindustrie Antaike hat ihre Schätzung für den chinesischen Nickelverbrauch bekannt gegeben. So rechnen die Analysten von Antaike mit einem Verbrauch von 470.000 mt Nickel in 2010, was einem Zuwachs von 5,1% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Nickelnachfrage von 2008 auf 2009 erhöhte sich um 37,6%, was einige Kreise bereits als Schwächezeichen verstanden wissen wollen. Man darf in diesem Zusammenhang allerdings zwei wichtige Punkte nicht außer Acht lassen. Zum einen war das Jahr 2008 ein sehr schwaches, was die Edelstahlproduktion in China und Asien angeht, was den Basiswert relativ erniedrigt.
Weiterhin hat die Volksrepublik China die artifiziell günstigen Nickelpreise Ende 2008 und im ersten Halbjahr 2009 dazu genutzt, ihre strategischen Nickelreserven aufzustocken. So stiegen die Nickelimporte in den ersten neun Monaten von 2009 auf 196.400 mt von 87.700 mt im Vorjahreszeitraum (plus 123,95%). Inwieweit dies bei den Betrachtungen von Antaike hinreichend berücksichtigt wurde, bleibt vor dem Hintergrund der nur sehr schwer greifbaren Datenlage in China äußerst vage. Der korrekten Abgrenzung zwischen Verbrauch und Produktion bzw. Import und den entsprechenden Lagerbeständen kommt eine alles entscheidende Bedeutung zu.
Dafür dass die Pressearbeit in Unternehmen und Politik nicht immer eine leichte Aufgabe ist, gibt es in jüngster Zeit – gerade auch im Zusammenhang mit der Finanzkrise – zahlreiche Beispiele. Doch was unlängst durch einen Topmanager von einem der großen Edelstahlproduzenten pressetechnisch geboten wurde, ist nur noch als „PR-GAU“ zu bezeichnen.