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01 Dec 09

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt

Was die Marktdaten für Nickel angeht, so ist bis zum Jahresultimo wenig Neues zu erwarten, da sich die Edelstahlproduzenten und –händler sowie auch alle Verbraucher im Hinblick auf den im Jahrsabschluss per 31.12.2009 ausgewiesenen Warenbestandswert außerordentlich zurückhalten. Für Januar und Februar 2010 wird es dann, nicht ganz unwahrscheinlich, zu Nachholeffekten kommen müssen. In der Vorausschau wird man daher wohl durchaus mit einem befriedigenden 1. Quartal 2010 rechnen können, ungeachtet der Tatsache, dass die Krise die Weltwirtschaft und insbesondere spätzyklische Branchen auch im kommenden Jahr noch fest im Griff haben wird. Nach dem schneller als erwarteten Rebound auf ein gewisses Niveau im Verlauf von 2009 werden die Volkswirtschaften nun in eine lange Phase der weiteren Erholung einschwenken, die aller Erwartung nach nur im Kriechgang durchschritten werden wird.

Auf einer Veranstaltung einer großen, weltweit tätigen Kreditversicherung wurde die Frage eines „Double-dip“, also einem erneuten Abrutschen der Wirtschaft, erörtert und als latentes Risiko für 2010 aufgezeigt. Wenn auch klar war, dass die Kreditversicherungsbranche derzeit mit allen Mitteln versucht, ihr Geschäftsmodell vor dem Hintergrund der in der Krise häufig in aller Hektik und von unzureichend vorbereiteten Apparaten getroffenen Entscheidungen schön zu reden, gibt es durchaus eine berechtigte Angst vor einer weiteren Korrektur. Nur geht im Kern dieser Befürchtung die Gefahr nicht von der Realwirtschaft, sondern vom Finanzsektor aus. Denn die Finanzinstitutionen, zu denen neben den Banken natürlich auch die Kreditversicherer sowie deren Rückversicherer zählen, haben durchaus das Potenzial, den befürchteten „Double-dip“ durch ihr eigenes Verhalten auszulösen. Es bleibt daher im Interesse aller Wirtschaftssubjekte vor allem zu hoffen, dass der angesprochene Finanzsektor sich seiner Verantwortung und Verantwortlichkeit in diesem Punkt bewusst ist und dass diese Branche gemeinsam mit der Politik Antworten auf die leider noch zahlreichen, offenen Fragen findet. Self-fulfilling profecies bringen an dieser Stelle keinen wirklichen Fortschritt, im Gegenteil.

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