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01 Feb 10

Auf Industrieländer wartet neue Realität

Die Optimisten unter den Analysten stützen Ihre Aussagen im Wesentlichen auf die folgenden Argumente: Im Unterschied zur Preisentwicklung anderer Basismetalle hat sich Nickel im Vorjahr nur unterdurchschnittlich entwickelt. Daraus leitet sich ein gewisser Nachholbedarf ab. Dennoch waren es aber in der Tat vor allem fundamentale Faktoren, wie die nur sehr langsam in Gang kommende Edelstahlproduktion, die hierfür verantwortlich waren. Auch die Erwartung eines erheblichen zusätzlichen Nickelangebots aus Vorhaben wie Goro, Ambatovy und Ravensthorpe dürften den Markt in 2009 belastet haben.

Eine Analyse des Researchhauses CRU zeigt jedoch, dass sich die gesamten im Wirtschaftsystem befindlichen Nickelbestände – das sind neben den LME-Beständen auch die Bestände bei Produzenten, Konsumenten und Händlern – seit dem 1. Quartal 2009 reduziert haben. Der Eindruck, den die stark gestiegenen Nickelbestände in den LME-Lagerhäusern vermitteln, ist damit verzerrend. Entscheidendes, weiteres Ergebnis der Analyse der Nickellagerbestände durch CRU ist, dass sich insbesondere die Bestände bei den Verbrauchern seit dem 1. Quartal nahezu halbiert haben. Dies spricht für eine Von-der-Hand-in-den-Mund-Einkaufspolitik der Stahlwerke, von der bei weiterer Erhöhung der Kapazitätsauslastung nicht unerheb-liche Preisrisiken auf der Oberseite ausgehen. Ein weiteres Argument für steigende Nickelpreise ist die relativ geringe Verfügbarkeit von Nickeleinheiten bei den Schrotten/Sekundärrohstoffen. Ferronickel, welches ebenfalls bevorzugt in der Edelstahlproduktion eingesetzt wird, soll auch nicht gerade im Überfluss vorhanden sein. Auch könnte das Nickelangebot durch einen neben Vale Sudbury nun auch bei Xstrata drohenden Streik verknappt werden. Mittelfristig wird es überdies immer schwieriger, nickelreiche Erze zu finden, so dass die für die Raffination der gleichen Menge Nickel erforderlichen Erzmengen immer weiter ansteigen.

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