25 Feb 10
Das Durchschnittsgeschäft, in dem nicht Spotkurse, sondern Durchschnitte von Settlements bestimmter Zeiträume gehandelt werden, dürfte der Entwicklung im Spot- und Termingeschäft deutlich hinterherhinken. Zu geringe Liquidität ist in diesem Kontext immer mit einer zu breiten und daher unattraktiven Preisspanne zwischen Geld- und Briefseite gleichzusetzen.
In der englischsprachigen Erstausgabe der Zeitschrift „Finance“ wirft deren Chefredakteur Bastian Frien in einem Kommentar die interessante Frage auf, ob es sich bei den Banken eigentlich um Kunden oder Lieferanten der Unternehmen handelt. Nachdem die Finanzindustrie an dieser Stelle schon des Öfteren einiges an hoffentlich konstruktiver und fundierter Kritik hat einstecken müssen, soll hier einmal eine Bresche für die nicht nur ökonomisch, sondern auch imagemäßig arg gebeutelte Branche geschlagen werde: Ja, auch Banken sind (zumindest derzeit) Kunden der Unternehmen und müssen auch wie solche behandelt werden. Für ein Unternehmen, welches in der Schrottbranche tätig ist, ist dies eigentlich keine besonders revolutionäre Erkenntnis, denn wie Geld ist auch Schrott eine knappe Commodity, um welche man bei den Lieferanten, wie bei einem Kunden um Aufträge, kämpfen muss. Aber auch in anderen Sektoren der Wirtschaft sollte man – gerade in einer Krise – stabilen und verlässlichen Schlüssellieferanten einen ebenso hohen Wert einräumen, wie den Kunden, ohne die kein Umsatz läuft. Während aber Unternehmen in den Bereichen Eigenkapital und Anleihen mit aufwendigen Roadshows und Präsentationen um die Gunst der Investoren werben, fallen die Bemühungen um das heute mindestens genauso rare Fremdkapital zu Unrecht ungleich schmaler aus.