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23 Mar 10

Alle wollen gleichzeitig durch die Türe

Auch in den vergangenen Wochen haben sich die Nickel-Lagerbestände an der London Metal Exchange (LME) weiter stetig reduziert. Waren am 1. Februar 2010 noch 165.870 mt (metrische Tonnen) in den von der LME akkreditierten Lagerhäusern eingelagert, betrug der Bestand am 23. März 2010 nur noch 157.368 mt beziehungsweise minus  5%. In der Bestandsziffer sind 5.160 mt sogenannte cancelled warrants (gekündigte Lagerscheine) enthalten, welches kurzfristig für weitere Bestandsabnahmen spricht.

Was sich bereits durch die stetig steigende Nachfrage nach Edelstahlschrott bei gleichzeitig knappem Angebot abzeichnete, setzt sich nun – wie erwartet – auf der Primärrohstoffseite fort. Doch auch bei Primärnickel ist das Angebot gegenwärtig nicht besonders üppig, fallen doch durch den Streik bei Vale Inco in Sudbury/Kanada sowie die allgemein im Lichte der Wirtschaftskrise stark zurückgefahrenen Kapazitäten nicht unwesentliche Teile der Versorgung aus. Die starke Nachfrage belegen auch die gestiegenen Prämien für physische Ware. So waren Mitte März für Nickelbriquettes Prämien von USD 350,00/mt bis USD 400,00/mt über den LME-Notierungen zu zahlen, bei ungeschnittenen Nickelkathoden lag die Prämie bei USD 100,00/mt bis USD 150,00/mt, geschnittene Kathoden waren für Aufschläge von USD 300,00/mt bis USD 350,00/mt zu haben. Deshalb ist es, vor allem auch aufgrund einer dominanten Longposition, nicht völlig abwegig, dass der Nickelmarkt in Kürze wieder in eine Backwardation drehen könnte. Das Contango zwischen Kasse- und Dreimonats-Notierung ist inzwischen bereits deutlich abgeschmolzen.

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