20 Apr 10
Seit der letzten Ausgabe sind kaum vier Wochen vergangen. Die 3-Monats-Nickelnotierung, welche am 23. März 2010 noch bei USD 22.390,00/mt lag, ist in der Zwischenzeit in der Spitze bis über USD 27.500,00/mt bzw. 22,82% gestiegen. Kurzzeitig handelte das Basismetall wieder bei um USD 26.000,00/mt. Dabei wurde die Korrektur mutmaßlich durch eine Reaktion der Finanzmärkte auf eine durch die amerikanische Börsenaufsicht SEC (Securities Exchange Commission) gegen die Investmentbank Goldman Sachs eingeleitete Zivilklage wegen Betrugs verursacht.
Auch andere Börsen- und Finanzmärkte zeigten sich nach dieser überraschenden Meldung schwächer. Überdies wurde die Stimmung durch den Vulkanausbruch auf Island und den Luftfahrtgesellschaften damit drohenden Belastungen nicht gerade verbessert. Dennoch war diese exogen eingeleitete Konsolidierung für den Nickelmarkt mehr als überfällig, da sich die Kurse schon weit in das überkaufte Terrain bewegt hatten. So war in den nächsten Tagen ohnehin mit einer technischen Korrektur zu rechnen. Diese hat sich nun auf anderem Wege ergeben. Es ist aber für eine „gesunde“ Marktentwicklung unbedingt notwendig, dass sich immer auch wieder Korrekturen ergeben. Bei derzeit stetig weiter fallenden LME (London Metal Exchange)-Lagerbeständen, welche insbesondere für einen steigenden physischen Nickelverbrauch sprechen, ist aber nicht davon auszugehen, dass diese Korrektur in eine Trendumkehr mündet. Vielmehr ist auch weiterhin (vorerst) mit festen bis steigenden Notierungen zu rechen. Am 23. März waren in den LME-Lagerhäusern noch 157.368 mt eingelagert; am 20. April waren es noch 149.946 mt oder 4,72% bzw. 7.422 mt weniger. So konnte sich der Preis denn auch wieder auf deutlich über USD 27.000,00/mt befestigen.
File: Lesen Rohstoffdiplomatie statt Rohstoffprotektionismus (PDF)