16 Jun 10
In der zweiten Maihälfte hatten sich die Nickelnotierungen an der London Metal Exchange – nach der erwarteten Korrektur von einem stark überkauften Kursniveau – in einem engen Band zwischen USD 21.000,00/mt auf der Unter- und USD 22.000,00/mt auf der Oberseite stabilisiert. Diese Konsolidierung war überfällig gewesen, um die vorhergehende Dynamik der Kursentwicklung zu verarbeiten. Zum Ende des Monats hatte sich dieser ungleichgewichtige Zustand hinreichend normalisiert, so dass einige technische Indikatoren bereits einen kurzfristigen Ausbruch aus der Handelsrange nach oben signalisierten.
Am Freitag, den 28. Mai 2010 bewegten sich die Notierungen dann auch wieder deutlich in Richtung USD 22.000,00/mt, bevor es am späten Nachmittag zu einem jähen Abriss der Aufwärtsbewegung kam. Die Ratingagentur Fitch – welche über die Holding Fimalac zu 60% dem französischen Unternehmer Marc Ladreit de Lacharrière gehört – hatte Spanien um eine Ratingstufe herabgesetzt. Die Begründung hierfür war, dass die zuvor durch die Ratingagenturen angemahnten und zur Vermeidung von Downgrades geforderten Sparpakete zur Sanierung der Länderhaushalte zu einer negativen Beeinflussung der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung führen würden. Daher wäre eine Herabstufung unumgänglich gewesen. Hier beißt sich die Katze in den Schwanz und es wird nur überdeutlich, dass die Struktur und Vorgehensweise der Ratingagenturen einer dringenden Reform bedarf.